30. Mai - 10. Juni 2010: Korsika

 

Unsere bereits im Jänner gebuchte Fähre von Livorno nach Bastia legte um 8.00 Uhr morgens ab und so hatten wir eine gemütliche Anreise nach Livorno - inklusive Stadtbesichtung, Abendessen - und in unserem Dachzelt eine sehr angenehme Nacht.

Bastia - und somit Korsika - begrüßte uns mit vielen Wolken. Wir verließen Bastia sofort und fuhren die erste Bergstrasse mit schmaler Fahrbahn und schlechtem Asphalt - "na das kann ja heiter werden mit dem RR" - zu unserem ersten Ziel: Saint-Florent.

Ein Stellplatz am Campingplatz war schnell gefunden - und nach dem Aufbau hat der heftige Sturm die Wolken verblasen - und so fuhren wir noch nachmittags unsere erste kleine Aufwärmrunde auf Korsika.


Radroute 543939 - powered by Bikemap 

Landschaftlich überzeugte uns Korsika auf Anhieb und auch die Strassen sind großteils sehr gut befahrbar!

Abends spazierten wir in den Ort Saint-Florent: Klein, mit vielen Lokalen und äußerst angenehm!



Auch unser Abendessen - Muscheln in Currysauce - mundete und so waren wir gestärkt für die nächste Ausfahrt.


Radroute 542587 - powered by Bikemap 

Auch am nächsten Tag war es noch sehr stürmisch - und damit die Küstenstrasse (Desert des Agriates) ein hartes Stück Arbeit.

Nach einer Mittagspause in dem netten Hafenort L'ile-Rousse gings mit weniger Wind zum ersten Berg auf ca. 900 hm. Die Strassen sehr gut - die Auffahrt selten über 5% und die Abfahrt ebenso "durchs Tal der Kühe" - wie wir es nannten. Die Kühe waren aber äußerst relaxed und nahmen uns Radfahrer ohne Emotionen zur Kenntnis.

Nach einem kurzen Stück auf der Hauptstraße kam der nächste Berg - genauso angenehm zu fahren - jedoch mit viel mehr Kurven. Überraschend war schon, dass er sich auf über 900 hm hinauf schraubte - das letzte Stück vor dem Pass mit ziemlich schlechter Strasse.



Die letzten 30 km vernichteten wir die gesamten Höhenmeter auf perfekter Strasse!

Nachdem mich nach dieser doch recht heftigen Auftakttour eine neuerliche Radtour absolut nicht freute, genossen wir am nächsten Tag das Meer (mittlerweile war auch der Wind eingeschlafen) und fuhren zum nächsten Ort im Landesinneren: Corte.

Die nächste Ausfahrt führte uns durch sie sehenswerte Schlucht "Scala di Santa Regina" auf den Col de Vergio.


Radroute 543965 - powered by Bikemap 

Der Col de Vergio ist deshalb recht faszinierend, weil die gesamte Auffahrt nie über 3% aufweist.
Auf der fast gleichen Strecke fuhren wir wieder zurück nach Corte.

Am nächsten Tag nahmen wir nach dem Abbau unseres Campinglagers die Schlucht "Gorges de la Restonica" in Angriff.


Radroute 543978 - powered by Bikemap 

Hätte ich den Reiseführer gelesen oder die Karte studiert, wäre ich vielleicht von den 2-stelligen Steigungen nicht so überrascht worden!

Im Anschluss an die Kletterei fuhren wir wieder zur Küste. Unser nächstes Ziel hieß Calvi.


Nun war eine etwas gemütlichere bzw. kürzere Runde fällig: Wir fuhren durchs Hinterland in den Ort Galéria.

Radroute 544003 - powered by Bikemap 

Auf der Küstenstrasse gings zurück - und die ersten Kilometer eine richtige Schüttelpartie. Das einzige Stück der Küstenstrasse, das extrem schlechten Asphalt aufweist. Die Aussicht aufs Meer jedoch wunderschön.

Am nächsten Tag habe ich mir 2 Stunden Badefreuden am Strand vor Calvi verdient. Danach fuhren wir mit dem Auto die kurvenreiche Küstenstrasse nach Porto. Unser Campingplatz hatte eine schöne Pool-Landschaft und einen Fluss, der ebenfalls zum Baden eingeladen hätte.

Wieder ausgeruht, freuten wir uns schon auf die nächste Radtour.


Radroute 544019 - powered by Bikemap 

Durch den Gorges de Spelunca gings auf über 1.000 hm zum Col de Sevi, die wir bei der Abfahrt nach Sagone wieder vernichteten.

Entlang der Küstenstrasse gings zurück - und knapp vor Porto fuhren wir durch "e Calanche" - ein Gebiet, das seiner Schönheit wegen von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Unser nächstes Ziel hieß Propriano. Auf dem Weg dorthin fanden wir eine wunderbare Badebucht mit glasklarem Wasser.

Auf dem Weg nach Propriano fuhren wir durch Ajaccio: Hauptstadt Korsikas und dementsprechend hektisch mit viel Verkehr und Tumult.

Von Propriano (dieser Hafenort bietet leider keinen Campingplatz nahe des Ortskerns) starteten wir unsere letzte Radtour auf Korsika.


Radroute 544038 - powered by Bikemap 

Zuerst führte uns die Strasse entlang des Meeres in ein ebenes (!) Flusstal. Dann stieg die Strasse an und führte uns schließlich auf den über 1.000 Meter hohen Col de St. Eustache. Die Auffahrt weist sehr schlechten Asphalt auf - daher ist es unbedingt empfehlenswert, den Berg von dieser Seite zu fahren.

Nach der Passhöhe änderte sich das Landschaftsbild schlagartig: Eine Tafel wies darauf hin, dass es dort im Juli 2009 brannte.

Wir fuhren durch das sehr nette Örtchen Aulléne nach Zonza, wo wir uns eine Pause in einem Gastgarten gönnten. Zurück gings durch viel Wald und nette Orte.

Diese schöne Radtour beendete unsere sportlichen Aktivitäten auf Korsika. Uns blieben noch 2 Tage Zeit. Nachdem auch der Sturm wieder auflebte, suchten wir einen herrlich gelegenen und geschützen Badestrand gegenüber von Propriano auf.

Danach fuhren wir nach Bonifacio - ein "MUSS" auf Korsika.

Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung genossen wir ein herrliches Abendessen und am nächsten Tag eine Bootsfahrt rund um Bonifacio und zur Grotte Marine du Sdragonato. Deren Loch in der Höhlendecke soll die Form von Korsika darstellen.





Für die Rückfahrt nach Bastia wählten wir das Ostufer der Insel, welches landschaftlich weniger interessant und viel flacher ist. Wir unterbrachen die Rückfahrt für einen kurzen Badestop.
Am späten Nachmittag konnten wir noch einen Rundgang durch Bastia unternehmen sowie eine letzte korsische Mahlzeit einnehmen, bevor es mit dem Schiff in der Nacht (bequem in einer Kajüte!) zurück aufs Festland nach Savona ging.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Korsika absolut eine Reise wert ist und die Radtouren aufgrund der meist humanen Steigungen ein Vergnügen sind!

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